Microbotryum duriaeanum (Tul. & C. Tul.) Vánky
(Synonyme: Haradaea duriaeana (Tul. & C. Tul.) Denchev & H. D. Shin; Ustilago duriaeana Tul. & C. Tul.)
Wirt: Knäuel-Hornkraut (Cerastium glomeratum Thuill.)

Habitus


Sori in den Fruchtknoten; systemisch, d.h. alle Fruchknoten eines Sprosses befallen

Fruchtknoten bei einem Befall angeschwollen

Sporenmasse braunviolett, stäubend; in der Sporenmasse finden sich vereinzelte Samen
Mikroskopische Merkmale: siehe Cerastium glutinosum
Sporulationszeitraum: Mai-Juli
Fundort: z.B. Deutschland, Rheinland-Pfalz, Weilberg, 24.04.2020.
Wirtsspektrum: Arenaria spp., Cerastium spp., Moehringia spp.
Anmerkung: Die Gattung Microbotryum wird wegen der dunkel verfärbten Staubblätter oft als Antherenbrand bezeichnet, auch wenn diese Gattung nicht zu den Brandpilzen sondern zu den Rostpilzen im weiteren Sinne zählt (Bauer et al. 1997). Wenn die Kapseln durch den Reifeprozess bereits etwas geöffnet sind lässt sich der Pilz am einfachsten nachweisen, da ein Blick von oben in die Kapselmündung ausreicht. Zur Trennung der Wirte Cerastium glutinosum und C. pumilum, was oftmals nicht leicht ist, siehe Kummer in Kruse et al. 2018.
Rote-Liste-Kategorie: ungefährdet (Thiel et al. 2023)
Verbreitung: Selten auf diesem Wirt in Deutschland (Klenke & Scholler 2015, eigene Beobachtungen). Man kann die Pilzart auch noch an abgetrockneten, vertrockneten Pflanzen nachweisen.
Verwechslungsarten: Microbotryum stellariae soll ebenfalls auf Hornkraut vorkommen, der Befall sitzt aber in den Staubblättern und nicht wie hier in den Kapseln.
Klenke, F., Scholler, M. (2015): Pflanzenparasitische Kleinpilze. Bestimmungsbuch für Brand-, Rost-, Mehltau-, Flagellatenpilze und Wucherlingsverwandte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. – Berlin, Heidelberg: Springer Spektrum: 272.
Kruse J, Thiel H, Beenken L, Bender H, Braun U, Ecker J, Jage H, Klenke F, Ostrow H, Rätzel S, Schmidt M, Kummer V (2018) Noteworthy records of phytopathogenic micromycetes (9). Zeitschrift für Mykologie 84:87-135.
Scholz, H., Scholz, I. (1988) Die Brandpilze Deutschlands (Ustilaginales). Englera 8: 452.
Thiel H, Klenke F, Kruse J, Kummer V, Schmidt M (2023) Rote Liste und Gesamtartenlisteder phytoparasitischen Kleinpilze Deutschlands [Brandpilzverwandte (Exobasidiomycetesp.p., Ustilaginomycetes p.p.), Rostpilzverwandte (Kriegeriaceae p.p., Microbotryales, Pucciniales),Wurzelknöllchenpilze (Entorrhizaceae), Echte Mehltaupilze (Erysiphaceae), FalscheMehltaue (Peronosporaceae p.p.) und Weißroste (Albuginaceae)]. Naturschutz und Biologische Vielfalt 170(5):1-347.https://www.rote-liste-zentrum.de/files/NaBiV_170_5_1_RL_Phytoparasitische_Kleinpilze_Phytoparasitische_Kleinpilze_2023_20230911-1138.pdf
Vánky, K. (2012): Smut fungi of the world. – St. Paul: APS-Press: 367f.