Phyllosticta aesculicola Sacc.
(Synonyme: Ph. paviaecola Brunaud, Ph. sphaeropsoidea Ellis & Everh., Asteromella aesculicola (Sacc.) Petr., Guignardia aesculi (Peck) V.B. Stewart, Laestadia aesculi Peck, Leptodothiorella aesculicola (Sacc.) Sivan., Macrophoma sphaeropsoidea (Ellis & Everh.) Tassi, Phyllostictina sphaeropsoidea (Ellis & Everh.) Petr.)
Wirt: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.)

Wirtspflanze: blühend

Wirtspflanze: Detail, Blüte

Wirtspflanze: fruchtend

Blattflecken eckig, braun, gelb purpurn berandet


Blattflecken 5–10 cm lang, oft zusammenfließend; Blätter vorzeitig abfallend

Oft gemischt oder verwechselt mit den Fraßgängen der Miniermotte Cameraria ohridella (transparente Platzminen mit Larven oder Kotkrümeln) – Vorsicht: Kotreste nicht mit den Pyknidien verwechseln!

Pyknidien als schwarze Punkte beiderseits in den Flecken

Pyknidien kugelig, ohne Borsten, 110–130 µm im Ø

Zerdrücktes Pyknidium mit austretenden Konidien

Konidien eiförmig bis breit ellipsoid, 1-zellig, jung mit Schleimhülle und schleimigem Anhängsel

Konidien farblos, 10–20 × 9–13 µm
Sporulationszeitraum: Juli-November
Fundort: z.B. Deutschland, Thüringen, Lkr. Hildburgshausen, O Römhild, 12.07.2024.
Wirtsspektrum: Aesculus spp.
Verbreitung: Jahrweise nicht selten auf diesem Wirt in Deutschland (eigene Beobachtungen, Klenke & Kruse 2025).
Verwechslungsarten: Es gibt weitere Coelomyzeten-Arten auf Aesculus, die aber kleinere, meist 2-zellige Konidien (Ascochyta) oder längere und fädige Konidien haben (Septoria).
Anmerkung: Die Nomenklatur ist kompliziert. Nach Aa & Vanev 2002 ist Ph. paviae Desm. nicht synonym, sondern ein nomen ambiguum. Mycobank führt den Pilz unter dem polyphagen Sporocadus lichenicola Corda. Als Teleomorphe wird im Index Fungorum Botryosphaeria aesculi (Peck) M.E. Barr geführt.
Literatur
Brandenburger, W (1985): Parasitische Pilze an Gefäßpflanzen in Europa. Gustav Fischer: 364.
Klenke F & Kruse J (2025) Imperfekter Schlüssel zur Bestimmung imperfekter und perfekter Ascomyzeten an lebenden Pflanzen im deutschsprachigen Raum. Anamorphen: „Coelomyzeten“ und „Hyphomyzeten“ und Teleomorphe außer Taphrinales und Erysiphales (Echter Mehltau). Arbeitsdokument. Veröffentlicht auf https://www.phytoparasiten.de/.
Internet
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