Microbotryum scabiosae Vánky
(Synonyme: M. scabiosae (Sowerby) G. Deml & Prillinger, Ustilago scabiosae (Sowerby) G. Winter)
Wirt: Acker-Witwenblume (Knautia arvensis (L.) Coult. s. str.)

Sori in Blüten in den Staubblättern


Befallene Blütenköpfe mit noch nicht geöffneten Blüten haben ein auffälliges halbkugeliges Aussehen

Sori hell gelblich, blassocker bis gelbviolett bzw. fleischfarben
Befallene Blüten haben „schmutziges“ Aussehen
Pilz systemisch, alle Blüten einer Pflanze befallen

Detailansicht der befallenen Staubblätter

Das blassockerfarbene bis fleischrosa Sporenpulver in meiner Handinnenfläche
Sporen kugelig und fast farblos
Sporen mit feinen Maschenfeldern
Sporen 8 – 12 μm im Ø
Sporulationszeitraum: Mai – September
Fundort: z.B. Deutschland, Baden-Württemberg, Karlsruhe, Grötzingen, Bergwald-Knittenberg, 02.07.2011.
Wirtsspektrum: III: Knautia spp., Scabiosa spp.
Rote-Liste-Kategorie: ungefährdet (Thiel et al. 2023)
Verbreitung: Zerstreut auf diesem Wirt in Deutschland (Klenke & Scholler 2015, eigene Beobachtungen).
Verwechslungsarten: Microbotryum flosculorum kann ebenfalls auf dem Wirt vorkommen, hat aber dunkelviolettes Sporenpulver. Desweiteren kommt der blütenbewohnende Falsche Mehltau Peronospora violacea ebenfalls auf dem Wirt vor und lässt die Blüten schmutzig wirken – hat aber Konidienträger und Konidien und keine pulverige Sporenmasse.
Anmerkung: Die Gattung Microbotryum wird wegen der dunkel verfärbten Staubblätter oft als Antherenbrand bezeichnet, auch wenn diese Gattung nicht zu den Brandpilzen sondern zu den Rostpilzen im weiteren Sinne zählt (Bauer et al. 1997).
Klenke, F., Scholler, M. (2015): Pflanzenparasitische Kleinpilze. Bestimmungsbuch für Brand-, Rost-, Mehltau-, Flagellatenpilze und Wucherlingsverwandte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. – Berlin, Heidelberg: Springer Spektrum: 482.
Scholz, H., Scholz, I. (1988) Die Brandpilze Deutschlands (Ustilaginales). Englera 8: 507.
Vánky, K. (2012): Smut fungi of the world. – St. Paul: APS-Press.
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